Autoimmunerkrankung: Hashimoto-Thyreoiditis

Ich möchte euch in diesem Artikel diese Erkrankung, von der ich leider auch selber betroffen bin, näher bringen.
Bis diese Erkrankung bei mir festgestellt wurde, hatte es Jahre gedauert und auch bei mir war der Leidensdruck sehr groß. Ich wusste, dass mit mir etwas nicht stimmte. Unteranderem hatte ich Probleme mit dem Gewicht (Gewichtszunahme), trotz bewusster Ernährung, Niedergeschlagenheit – unmotiviert, immer müde – Schlappheit, brüchige Nägel, trockene Haut, Probleme mit den Augen, massiver Haarausfall, Herzrasen, Gelenksschmerzen, etc. Ich war einfach nicht mehr ich selber. So kannte ich mich nicht.
Ich ließ so einiges abklären, sogar teure Genetik-Untersuchungen. Bis meine Gynäkologin mir einen Hormonstatus abnahm und darunter befand sich auch der Schilddrüsenwert, der verdächtig hoch war. Somit wurden gleich alle Antikörper mit abgenommen. Nun fand ich den Grund für meine Beschwerden. Ich war erleichtert und konnte endlich diese Erkrankung behandeln.
Als Betroffene habe ich mir dieses Krankheitsbild etwas näher angeschaut und möchte euch auf diesem Weg einige Informationen darüber geben.Hashimoto-Thyreoiditis ist eine autoimmun-bedingte chronische Schilddrüsenentzündung.
Das Immunsystem ist fehlgeleitet und schickt irrtümlich Antikörper gegen das Schilddrüsengewebe und schädigt es somit. Da das Immunsystem betroffen ist, wird das Krankheitsbild Hashimoto-Thyreoiditis auch Immunthyreoiditis genannt.
Namensgeber dieser Krankheit war Hakaru Hashimoto ein japanischer Arzt, der dieses Krankheitsbild 1912, während seiner Studienzeit in Deutschland, zum ersten Mal beschrieb.

Das hormonelle Organ, die Schilddrüse, ist davon betroffen.
Die Schilddrüse hat eine Schmetterling-ähnliche Form und liegt an der Vorderfläche der Luftröhre und seitlich, links und rechts des Kehlkopfes. Diese Drüse ist das Hormonzentrum für unseren Stoffwechsel.
Das Organ produziert die Hormone: Tetrajodthyronin T4 und T3 (vier und drei Jodatomen).
Zudem ist die Schilddrüse mit der Hirnanhangsdrüse gekoppelt. Diese produziert das schilddrüsenstimulierende Hormon TSH (Thyroidea-Stimulierendes Hormon). Dieses Hormon bewirkt eine Steigerung der Produktion von T4 und T3. Diese Hormone wirken sich auf Herz, Muskulatur, Knochen, Haut und Nervenzellen aus.
Um eine Hashimoto ausschließen zu können, sollten die Hormone: TSH, T3 und T4 und die Schilddrüsenantikörper TPO-AK (Thyreoperoxidase Antikörper, auch MAK genannt) und TG-AK (Thyreoglobulin Antikörper) abgenommen werden.
Sind diese Antikörper erhöht, zeigen Sie eine Autoimmunerkrankung an. Die Höhe des Parameters spielt eine untergeordnete Rolle, da die Symptome gleichbleibend verlaufen.
Die Symptome der Hashimoto verlaufen oft schubweise, deshalb sind auch Schwankungen in den Hormonparametern möglich.
Ein konstanter Normalisierungswert ist schwierig zu halten. Lebenslange Kontrollen der Werte und orale Therapeutika sind erforderlich.

Es wird unter zwei Verlaufsformen unterschieden:
Meist beginnt die Krankheit mit der hypertrophen Form, eine Überfunktion der Schilddrüse. Die Drüse vergrößert sich und wird auch „Kropf“ oder “Struma“ genannt.

Die Symptome einer Überfunktion sind:
Nervosität, Reizbarkeit, Rastlosigkeit, Händezittern, Schlafstörungen, Herzklopfen, Heißhunger, Durst, Gewichtsverlust bei guter Nahrungsaufnahme, gestörter Menstruationszyklus, etc.

Meistens bleibt diese Form zuerst unbemerkt.
Der zweite Verlauf bildet die atrophe Form des Krankheitsbildes, eine Unterfunktion der Schilddrüse.
Durch die konstante Entzündung, schwinden die Zellen und die Schilddüse verkleinert sich.

Die Symptome einer Unterfunktion sind:
Antriebslosigkeit, Gewichtszunahme bei normalen Essverhalten, Muskelschwäche, kühle und trockene Haut, frieren, Haarausfall, depressive Verstimmung, verringerte Libido, gestörter Menstruationszyklus, Sehstörungen, Konzentrationsschwäche, Gedächtnisstörungen, etc.

Beide Formen können in einander übergehen und verlaufen in Schüben.
Die atrophe Form (Unterfunktion) kommt wesentlich häufiger vor und ist meist das Endstadium nach langjährigem Bestehen der hypertrophen Form (Überfunktion).

Volkskrankheit Hashimoto?
Immer mehr Menschen leiden an dieser bestimmten Erkrankung der Schilddrüse.
Oftmals weiß der betroffene lange selbst nicht, dass er an einer chronischen Entzündung leidet, die sich z.B. durch eine hormonelle Störung, Niedergeschlagenheit, Erschöpfung, etc. bemerkbar machen kann.
Da die Symptome sehr vielseitig sind, wird diese Form der Schilddrüsenerkrankung, oftmals nicht erkannt oder sogar Fehl-Diagnostiziert und infolge falsch therapiert. Die Betroffenen leiden Jahre, schlucken unnötig Antidepressiva oder werden sogar als Hypochonder abgestempelt.
Meist entwickelt sich Hashimoto zwischen dem 30 bis 50. Lebensjahr, wobei Frauen häufiger betroffen sind, als Männer.
Es ist noch nicht eindeutig erforscht, was diese Krankheit auslösen kann.
Zur Debatte stehen: Stress, Veranlagung in den Genen – familiär bedingt, Umweltfaktoren, Viruserkrankungen, Trauma, etc.

Schulmedizinische Therapie:
Die Krankheit verläuft mit Ihren Symptomen sehr unterschiedlich und individuell ab.
Bei einer Unterfunktion werden „T4-Präparate“ gegeben, die unterschiedliche Handelsnamen haben (z.B Euthyrox, L-Thyroxin). Je nach Hormonwerte, Symptome und Krankheitsverlauf wird eine entsprechende Dosis von dem behandelnden Facharzt festgelegt.
Im Laufe der Zeit nehmen die Symptome der Unterfunktion zu und der dementsprechende Hormonbedarf muss ständig angepasst werden.
Bei einer Überfunktion muss meistens nicht behandelt werden. Man kann jedoch, je nach Beschwerden und Dauer des Krankheitsverlaufes schilddrüsenhemmende Medikamente verabreichen.
Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, keine jodhaltigen Produkte oder Medikamente zu sich zu nehmen (Speisesalz, Vitamine, etc.), da Jod die Entzündungen fördern und somit mehr Schübe verursachen. Zudem sollte auch auf Soja verzichtet werden, da Soja-Phytoestrogene (Isoflavone: Genistein, Daidzein) die Synthese von Thyroid-Hormonen hemmen.
Zusätzlich kann aber mit Selen, Zink und Magnesium gearbeitet werden, da diese Spurenelemente eine positive Einwirkung auf die Schilddrüsenfunktion hat.
Hashimoto-Patienten tendieren eher zu Vitamin B – Unterversorgung, daher sollte auch auf Vitamin B und auch auf Antioxidantien geachtet werden.

Falls ihr Anregungen, Fragen oder Kritiken zu diesem Thema habt, würde ich mich freuen von euch zu lesen.
Love Ursula

Abbildung Mitte:
Grafik: IVF-Zentren Prof. Zech; Kinderwunschblog

2 thoughts on “Autoimmunerkrankung: Hashimoto-Thyreoiditis”

  1. Liebe Frau Wogatzky,
    vielen Dank für ihren hilfreichen Link. Diese Thematik ist sehr komplex, gerade auch bei Kinderwunsch.
    🙂
    Liebe Grüße
    Ursula

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