Peelingmethoden Teil 2 – Fruchtsäure

Die Fruchtsäure wird in der Kosmetik als organisches Peeling eingesetzt.
Der Fachbegriff lautet „Alpha-Hydroxy-Acid (Säure). Die Fruchtsäure wird aus unterschiedlichen Früchten z.B. Äpfel (Apfelsäure) oder Weintraube (Weinsäure) oder auch aus Nahrungsmittel, wie z. B Zuckerrohr (Glycolsäure) oder Milch (Milchsäure) gewonnen.
Fruchtsäure-Behandlungen gab es schon in der Antike. Ein berühmtes Beispiel war Kleopatra, die in vergorener Eselsmilch (Milchsäure) badete.
Natürlich gibt es noch einige andere Varianten der Fruchtsäure in unterschiedlichen Stärken, die dann von einem Hautfacharzt durchgeführt werden müssen. Die „dermalen Peelings“ z.B. Trichloressigsäure (TCA) sind von der Konzentration höher dosiert (bis zu 70%), als im kosmetischen Bereich.
Mit diesem chemischen Peelings wird die Haut durch den Abschuppungsprozess neu gebildet.

Die kosmetische Variante ist etwas schonender und arbeitet nur im epidermalen Bereich. Die Kosmetikerin kann, je nach Hersteller, Konzentrationen von 5% bis 40% oder sogar bis zu 60 % wählen. Dazu wird ein individueller Behandlungsplan erstellt, bei dem die Hautbeschaffenheit und die momentane Hautsituation berücksichtig werden sollte. Optimal sind Kuranwendungen mit der passenden Heimpflege. Ergänzend kann vor der Fruchtsäurekur die Haut mit speziellen Fruchtsäureprodukten bearbeitet werden. Somit kann sich die Haut an die Säureanwendungen gewöhnen und das Ergebnis wird dadurch optimiert.

Generell hilft die Fruchtsäure, zum einem, die Haut besser zu durchfeuchten. Der Feuchtigkeitsgehalt wird durch die Fruchtsäure angeregt, dadurch wird mehr Hyaluron gebildet
Zum anderen löst die Fruchtsäure die zelluläre Kittsubstanz auf. Die Zellteilung (Hauterneuerungsprozess) wird angeregt. Es  kann eine Ablösung der abgestorbenen Hautzellen stattfinden. Die Hautfunktion normalisiert sich und zudem findet eine Aktivierung der Bindegewebszellen (Fibroblasten, kollagene und elastine Fasern) statt.

Indikationen für eine Fruchtsäurebehandlung

  • Feine Fältchen
  • Unreine Haut
  • Akne Vulgais I-II
  • Schlecht durchblutete Haut
  • Löst Verhornungen
  • Bringt die Haut wieder ins Gleichgewicht (passender Ph-Wert- leicht sauer)
  • Große Poren
  • Pigmentstörungen
  • Bei Feuchtigkeitsmantel, durchfeuchtet die Haut und führt zu weniger Wasserverlust
  • Verbessert im allgemeinen die Hautstruktur
  • Aknenarben
  • Hochdosierte Wirkstoffe können besser aufgenommen werden (Ideale Zeit für eine Ampullenkur/Intensive Serum-Anwendung)
  • Präoperative Anwendungen

Die Fruchtsäure wird mit einem Fächerpinsel dünn aufgetragen. Die Einwirkzeit richtet sich nach der Konzentration der Fruchtsäure (5% bis 60%).
Bei der Abbildung ist die Glycolsäure-Serie von CNC zu sehen.
Bildlink:


Während der Einwirkzeit, kann es sich wie kribbeln/jucken/brennen anfühlen oder zu leichten Rötungen kommen. Falls diese Symptome auftreten, sind diese nur vorrübergehend.
Nach der vorgegeben Einwirkzeit (Herstellerangabe), wird die Fruchtsäure sofort neutralisiert und abschließend mit einer Kompresse und einem Reinigungsprodukt wieder von der Haut entfernt.
Die Haut kann nun, je nach Behandlungsplan und Hautsituation, ausgereinigt werden.
Danach können entsprechende Wirkstoffe (Ampullen/Serum) eingearbeitet werden.
Anschließend erfolgt eine Maske (mind. 20 min).
Zum Schluss werden Produkte aufgetragen, die eine künstliche Schutzbarriere bilden, damit z.B. keine Pigmentstörungen entstehen können.

Kontraindikationen

  • Muttermale
  • Neurodermitis (mind. 3 Jahre zurück)
  • Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte im Gesicht)
  • Sonnenbrand
  • Alle entzündlichen Hauterscheinungen
  • Rosazea
  • Hautkrebs
  • Schwangerschaft/Stillzeit

Faustregeln für den richten Umgang mit intensiven Peelings:

      • Das richtige Peeling für die Hautbeschaffenheit und Hautsituation
      • Lasst euch immer von einer Fachkosmetikerin beraten.
      • Sonnenschutz
      • Bis zu vier Wochen nach der letzten Intensiv-Peeling-Anwendung einen Sonnenschutz von mind. 30 LSF bis zu 50 LSF anwenden.
      • Ergänzende Pflege
      • Die Behandlung kann somit optimiert werden. Hierfür ist es ratsam sich ebenfalls von einer Fachkosmetikerin beraten zu lassen.
      • Sonneneinstrahlung minimieren, kein Solarium –> sonst gibt es unschöne Flecken.
      • Intensive Peelings nur von Oktober bis April anwenden
      • Während der Behandlungsintervalle auf intensiven Sport, Dampfbad, Sauna, IPL- Haarentfernung, Enthaarungscremen, andere Peeling-Varianten verzichten. –> Die Haut wird nur unnötig gereizt
      • Sollten Hautschüppchen entstehen, diese nicht abziehen, sondern abfallen lassen.

Keine intensiven Peelings bei

        • Krankheit (Herpes, etc.)
        • Entzündungen
        • offene Wunden
        • Schwangerschaft
        • Sonnenbrand, etc.

Falls ihr Anregungen, Fragen oder Kritiken zu diesem Thema habt, würde ich mich freuen von euch zu lesen.
Love Ursula

Peeling Variationen

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